Geschichte
Die 50er Jahre
Um 1950, als Jan Hartog mit seiner Trocknerei in dem Dorf Abbekerk (nördlich von Amsterdam) begann, war die künstliche Trocknung von Gras in den Niederlanden noch im Aufbau. Bevor das künstliche Trocknen von Grünfutter richtig beginnen konnte, brach der Zweite Weltkrieg aus. Es entstand ein Defizit an Kraftfutter, weil der Import stagnierte. Während des Krieges stellte sich heraus, dass getrocknetes Gras, Klee oder Luzerne ein gutes Kraftfutter sind und Trocknereien schossen wie Pilze aus dem Boden. Am Ende des Krieges gab es in den Niederlanden mehr als 100 Trocknereien, unter denen sehr kleine und einfache. In den 50er Jahren entdeckten die Bauern immer deutlicher die Vorteile des Grastrocknens. Grasmehl enthält Karotin und gesunde natürliche Stoffe und wird die „grüne Medizin“ genannt.
Foto: Jan Hartog und Oma Grin beim neuen Auflader im Jahr 1952. Der Junge rechts ist Wil Hartog, der heutige Direktor.
Die 60er Jahre

Jan Hartog war nicht nur Inhaber einer Grünfuttertrocknerei sondern auch Händler für getrocknete Futterprodukte. Er kaufte am Rotterdamer Hafen regelmäßig Partien auf. Die 60er Jahre begannen mit dem Import von amerikanischen Alfalfapellets. Diese Pellets aus sonnengetrocknetem Lucernemehl überspülten den europäischen Markt. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre wächst der Betrieb weiter und die beiden Söhne von Jan Hartog, Wil und Piet, arbeiten in der Trocknerei. Sie bilden später die Direktion.
Foto: Im Jahr 1962 wird ein spezieller Schornstein mit Filter installiert, so dass die damaligen Umweltbestimmungen erfüllt wurden.
Die 70er Jahre
Aufgrund einer Überbelastung konnte die Trocknerei Ihren Standort im Dorf nicht weiter halten. Nachdem einige verwaltungstechnische Hürden genommen wurden und ein drohender Baustopp abgewendet wurde, begann 1974 der Neubau. 1975 verfügte Hartog über die größte und modernste Trockentrommel der Welt, mit einer Kapazität von 20.000 Liter Wasserverdampfung pro Stunde. Die Ölkrise brachte einen Rückschlag für die neue Trocknerei. Die Geschwindigkeit, mit dem der Gaspreis stieg (innerhalb eines Jahres von 5 Cent auf 45 Cent pro m³), konnte niemand vorhersehen. Auch die besonders trockenen Jahre 1975 und 1976, in denen es weniger Bedarf an Grastrocknung gab, sorgten für eine schwere Zeit.
Im Jahr 1977 gewinnt Wil Hartog als Suzuki-Werksfahrer auf seiner 500-er den TT von Assen.
Foto: Bau der neuen Trocknerei im Jahr 1974.
Die 80er Jahre
In den 80er Jahren entwickelt sich die Grünfuttertrocknerei in einen blühenden Betrieb. Der Strukturballen wird ein großer Erfolg. Hartog erweiterte den Export, z. B. nach Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und diverse europäische Länder. Das Interesse der niederländischen Bauern war auch geweckt. Die Milchpreise waren gut und die Viehbauern wollten das Beste für ihre Tiere. Es wurde viel Geld in die Entwicklung von Maschinen, in den Ausbau und Modernisierung investiert. So konnte 1987 der 20 Tonner aus 1975 durch einen 40 Tonner ersetzt werden. Die Investition in diese neue Trocknungsinstallation hat Hartog unternommen, weil die Nachfrage nach getrockneter Luzerne immer weiter zunahm.
Foto: Transport der größten Trockentrommel der Welt zur Trocknerei (1991).
Die 90er Jahre
Das Wachstum ging weiter und im Jahr 1991 wurde neben der 40 Tonnen Trockentrommel eine zweite komplett neue Trocknungsinstallation mit einer 50 Tonnen Trommel in Gebrauch genommen. Mit dieser Trommel verfügt Hartog erneut über die größte Trockentrommel für Grünfutter der Welt. Das Topjahr der Trocknerei war 1993 mit einer Jahresproduktion von 55.000 Tonnen getrockneten Produkten. Durch die Entwicklung des Pferdefutters entstand ein neuer Zweig, der seitdem immer weiter wuchs. Aufgrund des großen Interesses in Deutschland an Lucerne für Pferde, hat Hartog 1996 ein deutsches Büro in Bad Bentheim eröffnet.
Foto: Die Direktion von Hartog erhält 1994 den Unternehmerpreis der Region West-Friesland aus den Händen von Vizepremier Hans Dijkstal.
Die Zukunft
Der Absatz von Hartog-Futtermitteln entwickelt sich weiter. Im Moment liefert Hartog Futter für Pferde, Kühe, Ziegen, Sträuße und Kamele. Die wichtigsten Märkte sind Europa, Japan und der Mittlere Osten. Neben der deutschen Vertretung hat Hartog eine intensive Zusammenarbeit mit der arabischen Firma Al Basti mit Sitz in Dubai begonnen, die im Mittleren Osten den Verkauf wahrnimmt.
Im September 2001 wurde die Fabrik durch einen großen Brand stark beschädigt, aber auch diesen Rückschlag konnte Hartog überwinden. Die konstante Innovation und Entwicklung von Material und Produkten sorgen für eine ausreichende Expansion und dafür, eine gesunde und sichere Zukunft von Hartog zu garantieren.
Foto: Auch die Kamele in Dubai erhalten Futter von Hartog.
